Trainieren gegen Krebs

Mit Sport kann man manchen bösartigen Krankheiten vorbeugen oder nach einer Therapie leichter in den Alltag zurückfinden. Auch das Risiko für einen Rückfall wird gesenkt.

Angst erwartete Ergebnis einer Gewebeprobe lautete Dickdarmkrebs. Bei einem Gespräch mit seinem Hausarzt redete der 54-Jährige über Faktoren, die daran beteiligt sein könnten. Er ist übergewichtig, hat sich ungesund ernährt, entspannte sich abends häufig mit Alkohol, hatte viele Jahre geraucht und betrieb -außer in der Jugend - keinen Sport.

.. "Seit Jahren ist bekannt dass Übergewicht und ungesunde Ernährung mit viel rotem Fleisch sowie Alkohol und Nikotin das Risiko erhöhen, an Darmkrebs zu erkranken. Eine US-Studie an 150.000 Menschen über den Einfluss von körperlichem Training auf die Krebsentstehung ergab: Sieben Stunden rasches Gehen pro Woche oder ein gleichwertiges Training waren mit einer 40 prozentigen Reduktion des Risikos, an Darmkrebs zu erkranken, verbunden", berichtet ao Univ.-Prof. Dr. Johannes Miholic von der Klinik für Chirurgie an der Medizinischen Universität Wien.

Herr M. hatte Glück im Unglück: Durch die jährliche Gesunden-Untersuchung wurde der Krebs früh entdeckt, was die Chance auf vollständige Heilung erhöhte.

"Kann ich etwas tun, um mich auf die Operation vorzubereiten bzw. fit zu halten?", wollte Herr M. wissen. Der Hausarzt riet; täglich moderat zu trainieren, das heißt ein bis zwei Stunden zu gehen. Dies hilft, den Eingriff besser zu verkraften und sich anschließend schneller zu erholen.

Nach einigen Untersuchungen und der Vorbereitung auf die Operation wurde der Eingriff mit Bauchschnitt gewählt. Prof. Miholic: "Bei Darmkrebs muss im Einzelfall entschieden werden, ob ein laparoskopischer (mit Sonde) Eingriff oder eine offene Operation am besten geeignet ist. Der gefürchtete künstliche Darmausgang auf Dauer ist heute sehr selten geworden." Da keine Metastasen in benachbarten Lymphknoten vorhanden waren, wurde nach Beratung von Chirurgen, Radiologen und Onkologen im Fall von Herrn M. eine Chemotherapie für nicht notwendig erachtet.

Ihm wurde geraten, das Geh- und Lauftraining wieder aufzunehmen. "Eine Untersuchung aus Boston an Patienten, die nach Abschluss von Operation und Chemotherapie wieder trainierten, zeigte: Viereinhalb Stunden Joggen oder fünfeinhalb Stunden schnelles Gehen pro Woche können die Wahrscheinlichkeit des tumorfreien Überlebens deutlich erhöhen", so Prof. Miholic.

Quelle: Krone, 07.04.2012