Lungenmetastasen werden durch Mikrowellen zerstört

Operation gelungen, Gefahr aber noch nicht gebannt. Diesen Satz müssen Krebspatienten nach einem chirurgischen Eingriff leider häufig hören. Die Bedrohung kommt durch Metastasen. Das sind Tochtergeschwulste, die der Haupttumor in den Körper gestreut hat. Oft lassen sich zum Beispiel die Metastasen von Brustkrebs, Leberkrebs, Nierenkrebs oder Darmkrebs in der Lunge nieder und wachsen dort zu größeren Tumoren heran. Es handelt sich dann nicht um Lungenkrebs, sondern um Krebs mit Gewebe aus dem Ursprungsorgan. Dementsprechend werden Lungenmetastasen auch nicht wie Lungenkrebs behandelt, sondern mit einer auf das eigentliche Muttergeschwulst abgerichteten Therapie - also etwa wie Brustoder Leberkrebs.

Eine neue und vielversprechende Methode zur Entfernung von Lungenmetastasen wurde von Forschern am Universitätsklinikum Frankfurt vorgestellt: die Mikrowellenablation (MWA). Unter lokaler Betäubung werden dabei über eine Sonde Mikrowellen direkt zum Tumor geleitet. Sie entwickeln in den Krebszellen fünf bis zehn Minuten lang eine so große Hitze, dass diese verbrennen. Um die Metastasen exakt zu treffen, erfolgt der Eingriff unter Echtzeitkontrolle über den Computertomographen. Die Ärzte können so die Behandlung direkt am Monitor verfolgen.

Behandelt wurden mit dem neuen Verfahren bislang 80 Patienten mit zusammen 130 Lungenmetastasen. Vollständig entfernt werden konnten 95 Metastasen, abhängig von der Größe und der Lage. Insgesamt erwies sich die Methode als sehr sicher und für die Betroffenen wenig belastend. Besonderer Vorteil: Es ist kein stationärer Krankenhausaufenthalt dazu notwendig. Nach der ambulanten Behandlung geht es wieder ab nach Hause.

Quelle: Freizeitwoche, 22.02.2012