Können Tiere Krebs riechen?

Es gibt kaum etwas, das seine feine Nase nicht aufspürt: unverpackte Lebensmittel, Drogen und Sprengstoff. Aber der Hund und seine sensible Nase können noch mehr. Britische Forscher sind davon überzeugt, dass der beste Freund des Menschen in der Lage ist, Krebserkrankungen zu „erschnüffeln“. Ein Doktor auf vier Pfoten also. Ein Hund besitzt vierzigmal so viele Riechzellen wie ein Mensch und erkennt damit auch minimale Geruchsveränderungen sehr schnell. Die Forschung zu den diagnostischen Fähigkeiten der Vierbeiner steht noch am Anfang, und das Wissen beruht bisher auf Einzelfällen, bei denen der Hunde-Check erfolgreich war. So zum Beispiel ein Fall aus den USA: Dort bekam ein Schnauzer verschiedene Hautkrebsproben im Labor zu schnüffeln. Anschließend sollte er einen Patienten inspizieren, dessen Muttermale nach Ansicht des Hautarztes alle gutartig waren. Doch die Spürnase war anderer Meinung. Der Hund stieß mit seiner Nase ununterbrochen auf einen bestimmten Leberfleck. Eine Gewebeprobe ergab, dass der Schnauzer Recht hatte. Der Patient war an schwarzem Hautkrebs erkrankt - allerdings in einem so frühen Stadium, dass ein Arzt diesen Tumor noch nicht erkennen konnte. In einem anderen Fall roch ein Labrador sogar Hautkrebs durch die Kleidung seines Herrchens. Wissenschaftler wollen jetzt mit speziell geschulten Laborhunden eine systematische Studie zur Spürnase des Hundes starten. Neben Hautkrebs soll „Dr. Bello“ auch Prostatakrebs erschnüffeln lernen. Hat die Studie Erfolg, gäbe es allerdings noch eine Hürde - die Humanmediziner vom Hunde-Gutachten zu überzeugen.

Quelle: P.M. Fragen und Antworten 3/2003