Erfolge bei Brust- und Darmkrebs

Brust- und Darmkrebs zählen zu den häufigsten, bösartigen Erkrankungen. Lassen sich durch neue Arzneien, Dosierungsänderung usw. bessere Ergebnisse erzielen?

Diesen Fragen geht eine österreichische Forschergruppe seit 25 Jahren nach. Immer wieder konnten die Ärzte der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG, Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant) auch international anerkannte Erfolge erzielen. Einige Beispiele:

  • Immer öfter kann Brust erhaltend operiert werden, wenn die Lymphknoten nicht betroffen sind. Dies gelingt schon bei acht von zehn Patientinnen, die Erfolgsrate ist drei Mal höher als vor 25 Jahren!
  • Bei Lymphknoten-Befall: In einer aktuellen Studie haben sich deutliche Hinweise ergeben, dass eine, den aktuellen Laborwerten angepasste Chemotherapie bessere Erfolge bringt als die Standard-Chemotherapie alleine.
  • Den Durchbruch für die Studiengruppe brachte 2001 die Erkenntnis, dass die Überlebenschancen von Patientinnen vor dem Wechsel steigen, wenn nach der Operation statt klassischer Chemotherapie eine kombinierte Antihormonbehandlung erfolgt.
  • Die „Switch-Therapie": Im Jahr 2004 wurde ein neues Behandlungskonzept für Frauen mit hormonabhängigem Brustkrebs vorgestellt: Wenn diese nach der Operation und der bis dahin üblichen Antiöstrogen-Behandlung nach drei Jahren einen so genannten Aromatasehemmer erhalten, reduziert sich die neuerliche Tumorbildung um 40 Prozent.
  • Viele Patientinnen litten als Nebenwirkung der an sich erfolgreichen Krebsbehandlung an Knochenschwund. ABCSG gelang der Nachweis, dass die Gabe eines Osteoporose-Medikamentes (Bisphosphonate) diesen Effekt verhindern kann. Weiters stellte sich heraus, dass Bisphosphonate bei Brustkrebs in jungen Jahren die Rückfallquote senken und die Überlebenschancen deutlich erhöhen. Derzeit wird ein moderner so genannter Antikörper erforscht. Dieser könnte künftig eine Alternative zu den Bisphosphonaten sein.
  • Im Jahr 2005 stellte sich heraus, dass ein neuerliches Auftreten von Brustkrebs um 36 Prozent verhindert werden kann, wenn die Behandlung nach der Operation auf acht Jahre verlängert wird.
  • Bei Darmkrebs ist der künstliche Ausgang gefürchtet. Es konnte gezeigt werden, dass bei fast 90 Prozent der Patienten der Schließmuskel erhalten werden kann. Die Therapie wird nun auf Größe und Lage des Tumors bestmöglich abgestimmt.
  • Demnächst wird ein Pilotprojekt gestartet um zu untersuchen, wie sich sportliche Betätigung auf Darmkrebs-Patienten auswirkt.

"Etwa 22.000 Patienten beteiligen sich an klinischen Studien", freut sich Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant über den großen Vertrauensbeweis. Als Vorteile für die Patienten nennt er: Engmaschige Überwachung sowie Zugang zu den neuesten Behandlungskonzepten und Arzneien.

Quelle: "Kronen Zeitung"