Bestrahlung im Atemtakt

Zerstörung aller Tumorzellen und gleichzeitig benachbartes gesundes Gewebe schonen - keine leichte Aufgabe in der Krebsbehandlung.

Der erste Schritt: Genaue Untersuchung. In der modernen Diagnostik werden durch die Vereinigung dreier bildgebender Verfahren die Informationen vertieft. Jede einzelne Methode liefert für bestimmte Fragestellungen Daten, die zusammen ein detailliertes Gesamtbild ergeben.

"Mittels Computertomographie lassen sich knöcherne Bereiche gut darstellen. Die Magnetresonanztomographie liefert Informationen über die Weichteilgewebe. Dadurch kann die Ausdehnung des Tumors und das Zielgebiet einer Strahlentherapie genau bestimmt werden. Positronenemissions-Tomographie spiegelt den Stoffwechsel im Gewebe wieder", erklärt Univ.-Professor Dr. Wolfgang Birk-fellner vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik, das mit der Abteilung für Strahlentherapie am AKH Wien zusammenarbeitet.

Durch Anreicherung von speziell präparierten Zuckerteilchen, die sich in bösartigem Gewebe ansammeln, kann man zum Beispiel Wachstumsgrenzen erkennen.

Als nächsten Schritt gilt es, mit der Strahlentherapie punktgenau zu treffen, was jedoch durch Lageveränderungen zwischen einzelnen Bestrahlungseinheiten erschwert wird. Sei es, weil sich das Körpergewicht oder der Füllungszustand umliegender Organe verändert, man denke etwa an die Blase.

Nicht zuletzt "verrücken" Atembewegungen, Herzschlag oder Schlucken das Bestrahlungsziel. Ausgleichen kann dies eine neue Methode, die derzeit noch nicht routinemäßig angeboten wird. Als Beispiel die Therapie der Lunge: Es werden Aufnahmen des Organs sowie des geplanten Bestrahlungsgebietes angefertigt und daraus dreidimensionale Modelle erstellt, mit einem genau umrissenen Zielgebiet für die Bestrahlung. Professor Birkfellner: "Bewegt sich der Tumor etwa durch die die Atmung aus diesem Areal, wird die Bestrahlung kurzfristig unterbrochen, bis der Tumor wieder genau im berechneten Bereich liegt."

Quelle: Krone 10/11